1. Abgrenzung

Zu unterscheiden sind Steuern, Gebühren und Beiträge:
Steuern sind Geldleistungen, die ein öffentlich-rechtliches Gemeinwesen (einerseits der Staat, also Bund und Länder, andererseits andere Hoheitsträger wie Gemeinden als Selbstverwaltungskörperschaften und die Kirchen) von jedem erhebt, bei dem der Tatbestand zutrifft, an den das Gesetz die Steuerpflicht knüpft, ohne daß hierfür eine konkrete Gegenleistung erbracht wird.
Gebühren unterscheiden sich von den Steuern dadurch, daß ihrer Zahlung eine konkrete Gegenleistung, gegenübersteht; die Gebühren müssen nur bei Inanspruchnahme dieser Leistung gezahlt werden (Gebühr für die Ausstellung eines Reisepasses o.ä.)
Beiträge schließlich sind Zahlungen, die dafür zu erbringen sind, daß eine konkrete Gegenleistung in Anspruch genommen werden kann, ohne daß es aber (wie bei den Gebühren) darauf ankommt, ob die Inanspruchnahme tatsächlich erfolgt (Die "Kurtaxe" wird in Fremdenverkehrsorten von jedem Feriengast erhoben und dient dazu, Kureinrichtungen wie Konzerte, Parks, Bänke etc. zu finanzieren, die die Gäste dann in Anspruch nehmen können; sie muß aber auch gezahlt werden, wenn der Gast auf die Inanspruchnahme verzichtet, weil er seinen gesamten Urlaub auf dem Zimmer verbringt; Straßenanliegerbeiträge dienen der Schaffung bestimmter Erschließungsanlagen wie dem Anschluß von Grundstücken an das öffentliche Versorgungsnetz oder dem Straßenbau, ohne daß es eine Rolle spielt, ob der Grundstückseigentümer diese Einrichtungen nutzt oder nutzen will).

2. Einteilung der Steuerarten

a) Wirtschaftliche Bedeutung

Im Hinblick auf die wirtschaftliche Bedeutung sind Einkommensteuer (einschließlich Lohnsteuer, die lediglich eine Unterart der Einkommensteuer ist - nämlich derjenige Teil der Einkommensteuer, der auf Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit entfällt), Umsatzsteuer, Mineralölsteuer, Gewerbesteuer und  Körperschaftsteuer im wesentlichen in dieser Reihenfolge die wichtigsten Steuern; das gesamte Aufkommen dieser Steuern

beläuft sich auf mehrere Hundert Milliarden EUR.

Schankerlaubnissteuer, Verpackungsteuer und Kinosteuer sind mit einem Aufkommen von zusammen etwa 15.000.000,-- EUR eher zu vernachlässigen.

b) Einteilung nach der Ertragshoheit

Die Ertragshoheit betrifft die Frage, wem jeweils das Auskommen aus den Steuern zusteht. Hierbei ist zu unterscheiden:

Bundessteuern sind etwa Tabaksteuer, Branntweinsteuer und Solidaritätszuschlag. Das Aufkommen aus diesen Steuern erhält ausschließlich der Bund.
Landessteuern sind Biersteuer, KfZ-Steuer und Erbschaftsteuer (- wobei insoweit allerdings Änderungen geplant sind). Das Aufkommen aus diesen Steuern erhält ausschließlich dasjenige Bundesland, in dem die Steuer angefallen ist.
Gemeindesteuern sind insbesondere die Gewerbesteuer und die Hundesteuer; diese Gelder stehen allein derjenigen Gemeinde zu, in der die Steuerlast entstanden ist.
Gemeinschaftsteuern sind etwa die Kapitalertragsteuer, Körperschaftsteuer und Umsatzsteuer; an diesen Steuern sind Bund, Länder und Gemeinden nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel beteiligt.

c) Einteilung nach der Methode der Steuererhebung

Ferner lassen sich die Steuern in direkte Steuern und indirekte Steuern einteilen. Bei den direkten Steuern sind der Steuerschuldner und der Steuerträger identisch. Dabei ist Steuerschuldner derjenige, der die Steuer an den Hoheitsträger abzuführen hat. Steuerträger ist hingegen derjenige, der mit der Steuer im wirtschaftlichen Ergebnis belastet ist.

Bei indirekten Steuern fehlt es an der Identität von Steuerschuldner und Steuerträger.

Direkte Steuern sind danach etwa die Gewerbesteuer und die Körperschaftsteuer, weil der Unternehmer, der die Steuer abzuführen hat, mit der Steuer auch belastet wird.

Indirekte Steuern sind die Tabaksteuer und die Umsatzsteuer, denn der Endverbraucher, der durch die Steuer belastet wird (also Steuerträger ist), zahlt den im Burttopreis jeweils enthaltenen Steuerbetrag nicht direkt an das zuständige Finanzamt (ist also nicht

Steuerschuldner)  .

d) Einteilung nach dem Besteuerungsgegenstand

Besitzsteuern werden erhoben, weil ein bestimmter Vermögensgegenstand vorhanden ist. Dies kann z.B. ein Einkommen sein (EStG, KStG) oder ein Gebäude (Grundsteuer; GrStG).
Bei Verbrauchsteuern geht es um den Verbrauch bestimmter Güter (Mineralölsteuer, Tabaksteuer, Biersteuer).
Verkehrsteuern, knüpfen allein an wirtschaftliche Verkehrsvorgänge an, wobei es nicht darum geht, ob durch diese ein Gewinn erzielt wird (Umsatzsteuer, Grunderwerbsteuer)

Innerhalb dieser Unterscheidung läßt sich noch danach differenzieren, ob persönliche Verhältnisse des Steuerpflichtigen berücksichtigt werden (Personensteuern; etwa die Einkommensteuer, bei der vorhandene Kinder des steuerpflichtigen, eine Schwerbehinderung etc. steuermindernd berücksichtigt werden können) oder nicht (Realsteuern wie die Grundsteuer und die Gewerbesteuer, bei denen es allein um den Wert des Grundstückes bzw. die Ertragskraft des Betriebes geht, nicht aber um die persönlichen Umstände des Grundstückseigentümers oder des Betriebsinhabers).

3. Rechtsquellen des Steuerrechts:

Regelungen zum Steuerrecht finden sich in folgenden Rechtsquellen:

a) Grundgesetz

Hier ist in den sogenannten finanzverfassungsrechtlichen Vorschriften vorgeschrieben, wem das Aufkommen aus welchen Steuern jeweils zusteht (Bundessteuern, Landessteuern, Gemeindesteuern und Gemeinschaftsteuern, an denen alle genannten Körperschaften partizipieren).

b) Allgemeine Steuergesetze:

Hierzu gehören die Abgabenordnung AO), die Finanzgerichtsordnung (FGO) und das Bewertungsgesetz (BewG).


Die AO definiert die wichtigsten allgemeinen Begriffe (Steuern, steuerliche Nebenleistungen, Angehörige, Betriebsstätte, Wohnsitz, gewöhnlicher Aufenthalt etc.), die für einzelne Steuerarten relevant sind. Des weiteren regelt sie das Besteuerungsverfahren von der Ermittlung der steuerl9ich relevanten Sachverhalte über die Fragen der Zuständigkeit der Finanzämter bis zum Erlaßt und der möglichen Aufhebung von Steuerbescheiden. Ferner regelt die AO die Durchsetzung von Steuerforderungen, das Rechtsmittelverfahren durch Einspruch und die Steuerordnungswidrigkeiten und Steuerstraftatbestände.
Die Finanzgerichtsordnung befaßt sich mit dem finanzgerichtlichen Klageverfahren.
Das Bewertungsgesetz regelt, wie bestimmte Vermögenswerte zu bewerten sind.

c) Einzelsteuergesetze

Diese regeln die einzelnen Steuerarten wie die Einkommensteuer (EStG), die Umsatzsteuer (UStG), die Körperschaftsteuer (KStG) etc.

d) Rechtsverordnungen

Zu nahezu allen Steuergesetzen gibt es von den zuständigen Ministerien erlassene Durchführungsverordnungen (DV). Diese konkretisieren die in den Gesetzen enthaltenen Regelungen, können aber nur insoweit existieren wie durch das jeweilige Einzelgesetz erlaubt. Da steuern grundsätzlich in die Freiheit der Bürger durch entsprechende Belastungen eingreifen, darf aus Demokratie- und Rechtsstaatlichkeitsgründen über sie nur vom Gesetzgeber und nicht von Ministerien entschieden werden. Deshalb können die Ministerien Durchführungsverordnungen nur in demjenigen Umfang erlassen, in dem ihnen das vom Gesetzgeber „erlaubt“ worden ist, was im einzelnen Steuergesetz durch eine ausdrückliche Ermächtigung etwa mittels der Formulierung “Das Bundesministerium der Finanzen wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung von den Vorschriften der (...) abweichende Regelungen zu erlassen, soweit (...) „.

e) Richtlinien

Richtlinien schließlich sind nur Anweisungen an die Finanzverwaltung selbst, wie sie mit einem konkreten Vorgang umgehen soll. An Richtlinien sind daher zwar die Finanzbeamten gebunden, weil sie nichts andere4s sind als standardisierte Anweisungen von Vorgesetzten; der einzelne Bürger und die Gerichte können aber an Richtlinien nicht gebunden sein, da diese von der Verwaltung stammen und sich auch nur an die Verwaltung richten.